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Bestattungspflicht und Beerdigungskosten

Erbrecht

Wenn nahe Angehörige sterben, sitzen Schock und Trauer meist tief. Dennoch dürfen darüber wichtige Pflichten nicht vernachlässigt werden – so etwa die Ausrichtung der Bestattung. Sie ist zudem in der Regel mit hohen Kosten verbunden, weshalb sich die meisten Hinterbliebenen fragen, wer diese zu tragen hat.

Bestattungspflicht

Bestattungspflichtig ist derjenige, der sich um die Organisation der Beisetzung kümmern muss. Er hat nicht nur dafür sorgen, dass der Verstorbene ordnungsgemäß innerhalb einer gewissen Zeitspanne bestattet wird, sondern auch dass der Tod und seine Ursachen festgestellt werden, also eine Leichenschau stattfindet, und eine Todesbescheinigung ausgestellt wird. Die Einzelheiten hierzu sind im Sächsischen Bestattungsgesetz geregelt.

Die Pflicht, einen Toten zu bestatten, haben der Rangfolge nach: der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, Geschwister, ein nichteheliche Lebenspartner, sonstige Sorgeberechtigte (z.B. Vormund), Großeltern und volljährige Enkelkinder. Trifft die Bestattungspflicht auf mehrere Personen zu, etwa auf mehrere Kinder oder Geschwister, wird die älteste Person in die Pflicht genommen.

Für Ort, Art und Durchführung der Bestattung ist grundsätzlich der Wille des Verstorbenen maßgebend. Bei Verstorbenen, deren Wille nicht bekannt ist, und bei Verstorbenen, die das 14. Lebensjahr nicht vollendet hatten oder die geschäftsunfähig waren, ist der Wille des Bestattungspflichtigen maßgebend. Bei der Vorbereitung und Durchführung der Bestattung sind die Würde und die Religionszugehörigkeit des Verstorbenen und das sittliche Empfinden der Allgemeinheit zu berücksichtigen.

Zu beachten ist, dass bestattungspflichtige Personen nicht ohne Weiteres auch kostenpflichtig sind. Wer die Beerdigung organisiert und ausrichtet, muss diese also nicht zwangsläufig bezahlen.

Kostentragung

Die Kostentragungspflicht einer Beerdigung ist in § 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuchs geregelt. Dort heißt es schlicht: Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers. Das bedeutet, dass der oder die Erben die Kosten der Bestattung tragen müssen, und zwar unabhängig davon, wie das Verhältnis zu dem Verstorbenen war. Wenn es eine Erbengemeinschaft gibt, so muss diese für die Finanzierung aufkommen.

Ausnahmen gibt es jedoch: Besteht eine vertragliche Verpflichtung in Form einer Sterbegeld- oder anderweitigen Versicherung, muss diese die Kosten für die Bestattung tragen. Bei unverschuldeten Unfällen mit Todesfolge können die Bestattungskosten von dem Unfallverursacher ersetzt verlangt werden.

Andere Regelungen ergeben sich, wenn der Erbe die Kosten nicht tragen kann, weil der Nachlass nicht ausreicht. Er muss die nicht gedeckten Ausgaben dann nicht aus seinem eigenen Vermögen finanzieren. In diesem Fall kann eine unterhaltspflichtige Person kostenpflichtig werden.

Auch wer das Erbe ausschlägt, muss die Beerdigungskosten zunächst nicht übernehmen. Wenn alle Erben das Erbe ausschlagen, wird die Gemeinde oder Stadt für die Kosten der Bestattung aufkommen. Die ausgelegten Kosten können im Nachhinein allerdings vom Bestattungspflichtigen – das heißt doch wieder den nächsten Angehörigen – zurückgefordert werden.

Sollten die Hinterbliebenen nicht in der Lage sein, die Kosten zu tragen und reicht der Nachlass des Verstorbenen ebenfalls nicht aus, übernimmt das Sozialamt die Kosten. Dies geschieht unabhängig davon, ob der Verstorbene bereits sozialhilfeberechtigt war. Die Kosten für eine solche Sozialbestattung sind sehr gering, die Beisetzung ist einfach gehalten.

eingetragen am: 30.09.2018